Aktuelle Entwicklungen im Web der Gegenwart und die daraus folgenden Implikationen für die Strategien der Zukunft.

Content Distribution mit Facebook Connect

Posted: October 9th, 2009 | Author: Sebastian Küpers | Filed under: Facebook | 5 Comments »

Nach dem ich im ersten Teil über die allgemeinen Vorteile geschrieben habe und letzte Woche auf die Möglichkeiten von Targeting und Personalisierung eingegangen bin, soll es heute um das Thema Content Distribution mit Facebook Connect gehen.

Facebook Nutzer die Ihre Seite besuchen haben prinzipiell die Möglichkeit Inhalte von Ihrer Seite auf ihr eigenes Facebook Profil zu posten, um ihn somit ihren Freunden zu zeigen. Damit bekommen Sie nicht nur einen kostenlosen “Werbefläche” auf Facebook, da Ihre Nutzer dort ihre Inhalte verbreiten, sondern Sie bieten Nutzern auch eine tolle neue Möglichkeit mit Ihrem Content / Ihren Produkten und Angeboten direkt auf Facebook zu interagieren.

Sobald Inhalte von Ihnen einmal auf Facebook gelangt sind, können Sie dort einfach favorisiert, kommentiert und vor allem weiter verteilt werden. Somit können sie von den Netzwerkeffekten innerhalb der Facebook Plattform maßgeblich profitieren!

Facebook ist führend beim Verteilen von Inhalten im Netz

Vorweg sei gesagt, dass Facebook mittlerweile die Nase ganz weit vorne hat, wenn es darum geht wie Nutzer Inhalte im Netz verbreiten. Laut einer Statistik von addtoany – einem Widget was man häufig auf Webseiten sieht, um Inhalte mit Freunden zu teilen – liegt Facebook weltweit auf Platz 1. mit 29,4% noch immer weit vor Twitter. (Lesen sei dazu auch: Die Sichtbarkeit im Stream, oder: ist Timing alles?)

Jeder Inhalt der in Richtung Facebook von einem Nutzer geschickt wird, wird dabei im Schnitt weiteren 120 Facebook Nutzern sichtbar gemacht (Durchschnittliche Anzahl der Kontakte auf Facebook) und laut Facebook erhält dabei jeder Inhalt im Schnitt 3-7 Klicks von diesen Kontakten.

Darüber hinaus gibt es im Zusammenhang von Klicks auf Facebook-Inhalte eine weitere spannende Erkenntnis, die von dem Werbenetzwerk Chitika – im Rahmen einer Studie über das Browsingverhalten von 33 Millionen Internetusern – herausgefunden wurde: Laut Chitika besuchen 20% der Nutzer die von Facebook kommen die Seite mind. 4 mal die Woche wieder.

Wenn man sich fragt, welche Implikationen dies haben mag, kommt Mashable zu folgender Schlußfolgerung:

Perhaps that in the long-run, encouraging your visitors to share on Facebook might have the most value, even if it doesn’t provide the most short-term traffic.

Und damit wären wir auch beim Thema. Es gibt drei unterschiedliche Möglichkeiten Inhalt von Ihrer Seite aus in Richtung Facebook zu senden. Zwei davon sind direkt an Facebook Connect gekoppelt. Eine funktioniert auch völlig unabhängig davon.

Drei Wege um auf Facebook zu publizieren

Wenn Nutzer sich bereits via Facebook Connect mit Ihrer Seite verbunden haben, gibt es zwei unterschiedliche Methoden, um Inhalte Richtung Facebook zu publizieren.

1. Feed-Form Methode

Bei der Feed-Form Methode hat der Nutzer die Möglichkeit sogenannte Stories zu publizieren. Sie haben dabei die Möglichkeit irgendwo auf Ihrer Seite passend zum Inhalt einen Button einzubauen, der Anzeigt, dass man diesen Inhalt auf Facebook publizieren kann.

Daraufhin öffnet sich ein Facebook typischer Layer auf Ihrer Seite, die es nun dem Nutzer erlaubt den Inhalt auf Facebook zu posten und noch ein paar eigene Sätze zu dem Inhalt dazuzuschreiben. Wie die Facebook Story aussieht (Text, Bild, Video, Audio) können Sie dabei komplett selbst bestimmen, wobei es hier gewisse Regeln/Einschränkungen von Facebook gibt, die man beachten muss.

Nachdem der Nutzer “Publish” gedrückt hat, verschwindet der Layer wieder und er kann sich weiter auf Ihrer Seite bewegen. Zeitgleich dazu wurde nun diese Story auf Facebook gepostet und seine Kontakte sehen bereits diesen Inhalt, während er selbst noch auf Ihrer Seite ist.

Meiner Meinung nach, ist dies die beste Methode um Inhalte auf Facebook zu publizieren, da …

  • der Nutzer Ihre Seite nicht verlässt, sondern lediglich ein Layer erscheint
  • dem Nutzer transparent ist, was er dort genau Richtung Facebook postet
  • der Nutzer noch ein paar eigene Sätze hinzufügen kann

Diese Aspekte sind bei den nächsten beiden Methoden teilweise nicht gewährleistet.

2. Automatisches Publizieren

Der Aspekt der Transparenz für den Nutzer und das nochmal eigene Kommentieren verschwindet bei dieser Methode. Hier geht es darum, dass bei einer Aktion auf Ihrer Webseite – z.B. dem Favorisieren eines Videos – automatisch dieser Inhalt auf Facebook publiziert wird.

Dafür wird der Nutzer nur einmalig gefragt, ob er es zukünftigt erlauben möchte, dass man bei dieser Aktion automatisch Richtung Facebook publiziert. Diese Berechtigung kann der Nutzer Ihnen wiederum jederzeit auf Facebook entziehen.

Ein bekanntest Beispiel, wer von diesem Feature gebraucht macht, ist Youtube. Dort kann man genau diese Berechtigung beim Favorisieren von Videos einräumen und dann werden automatisch diese Video auf Facebook publiziert.

Der Vorteil für Sie liegt sicherlich darin, dass die Berechtigung nur einmalig erfolgen muss und man dann in Zukunft automatisch publizieren kann. Ich möchte aber hier darauf hinweisen, dass man damit wirklich sehr vorsichtig umgehen sollte und sich genau überlegen muss in welchem Kontext man dieses Feature implementiert.

Es kann für Sie nichts schlimmeres geben, als von Ihren Nutzern als “Spammer” wahrgenommen zu werden und darin sehe ich auf Grund der mangelnden Transparenz der Methode generell eine Gefahr, die auch leider dadurch nochmal verstärkt wird, dass Nutzern völlig unklar sein wird, wie sie eigentlich diese Berechtigung wieder aufheben können.

Prinzipiell ist dies direkt bei Facebook möglich – zu finden ist diese Option allerdings mehr als schwierig – was ich hier ganz klar als Nachteil einstufen würde! Darüber hinaus fehlt bei dieser Methode auch die Möglichkeit, dass der Nutzer noch ein paar eigene Sätze hinzufügen kann, was sicherlich für die Klickrate seitens seiner Kontakte ein nicht zu unterschätzender Faktor ist.

3. Facebook Share

Wenn Nutzer nicht mit Facebook Connect bei Ihnen angemeldet sind und/oder Sie Connect vielleicht gar nicht unterstützen wollen, gibt es trotzdem eine Methode, wie Sie es Besuchern ermöglichen können Richtung Facebook zu publizieren. Dafür wird auch einfach wieder an geeigneter Stelle ein “Share on Facebook” Button/Hinweis integriert. Bei Klick öffnet sich dann ein neues Fenster und die Methode gleicht sehr der Feed-Form Methode.

Die größten Nachteile dabei sind sicherlich folgende:

  1. Es öffnet sich ein neues Fenster und der Besucher und kein Layer
  2. Wenn der Nutzer nicht bei Facebook eingeloggt ist, muss er dies erst noch tun

Während Punkt eins vielleicht einfach nur unschön ist, wird Punkt zwei sicherlich generell zu einer höheren Rate an Abbrüchen führen, da dann der Nutzer vielleicht doch nicht gewillt ist, sich jetzt auch noch extra einloggen zu müssen.

Diese Methode kommt also der Feed-Form sehr Nahe, hat aber den Vorteil, dass sie keine zwingende Implementation von Facebook Connect an sich vorraussetzt. Wer also den Schritt noch scheut direkt Facebook Connect zu implementieren, kann sich erstmal dieser Methode bedienen.

Interessant ist vielleicht hier auch noch zu erwähnen, dass es auch eine Methode gibt, die es dem Nutzer ermöglicht den Content gezielt per Facebook Nachricht zu teilen und nicht gleich öffentlich auf seinem Profil zu publizieren. (siehe Screenshot oben)

Selbstverständlich ist es bei allen drei Methoden möglich Text, Bild, Audio und Video auf Facebook zu publizieren! Zu guter letzt sei noch angemerkt, dass man nicht immer in Form von Buttons denken muss, um auf Facebook zu publizieren. Eine Kombination einer Aktion – z.B. das Kommentieren auf einem Blog – kann durchaus auch mit einer “Share on Facebook” Checkbox kombiniert werden, die dann den Prozess ebenfalls entsprechend startet. (diese Variante ist z.B. auf diesem Blog implementiert)

Wichtige Fragen zur Konzeption

Damit kennen Sie jetzt die drei grundsätzlichen Methoden, wie man es Nutzern ermöglichen kann Inhalte Ihrer Webseite auf Facebook zu publizieren. Der wichtigste Schritt vor weg ist aber sich erstmal in Ruhe konzeptionell zu überlegen, an welchen Stellen auf Ihrer Webseite das überhaupt Sinn macht!

Welche Inhalte eignen sich besondern dafür? Stellen Sie sich die Frage, welches Interesse Ihre Besucher haben Inhalte auf Facebook zu publizieren und was diese gerne mit ihren Freunden teilen möchten. Konzipieren Sie die Integration nicht nach der Maßgabe, welche Inhalte Sie als Unternehmen gerne auf Facebook sehen würden!

Sollten sie darüber nachdenken von der automatischen Methode Gebrauch zu machen, stellen Sie sich sehr genau die Frage, bei welchen Aktionen auf ihrer Webseite es angemessen ist – vielleicht sogar vom Nutzer in Zukunft vermutet wird, wie z.B. beim Favorisieren von Inhalten – und wie Sie mit der Problematik der Transparenz umgehen. Hier würde ich z.B. dringend dazu Raten auch auf Ihrer eigenen Webseite zumindest offensichtliche Hinweise einzubinden, wie der Nutzer dieses Recht auch wieder entziehen kann.

Zu guter letzt noch mal ein Ausblick auf die gesamte Artikel Serie zu Facebook Connect:

  1. Die Vorteile von Facebook Connect
  2. Targeting und Personalisierung mit Facebook Connect
  3. Marketing und Content Distribution mit Facebook Connect
  4. Facebook Connect auf mobilen Endgeräten
  5. Case-Studies zu Facebook Connect
  6. Technologische Alternativen zu Facebook Connect

Diese Artikel werden innerhalb der nächsten Wochen hier erscheinen. Um keinen zu verpassen, abonnieren Sie dieses Blog per RSS oder Email, und/oder werden Sie Fan der begleitenden Facebook Page.



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  2. Facebook Connect Beispiel von Apple
  3. Targeting und Personalisierung mit Facebook Connect
  4. Hintergrund der Facebook Page

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5 Comments on “Content Distribution mit Facebook Connect”

  1. 1 Future of Web Strategy » Blog Archive » Die Vorteile von Facebook Connect said at 10:27 am on October 9th, 2009:

    [...] Content Distribution mit Facebook Connect [...]

  2. 2 Jens Klöntrup said at 10:08 pm on October 11th, 2009:

    Wirklich sehr lesenswerter Beitrag. Ich hab unter anderem hier den endgültigen Impuls bekommen, Facebook Connect auch in meinem Blog zu implementieren und begonnen, meinen Lesern die Feed-Form Methode anzubieten.

  3. 3 Sebastian Küpers said at 5:56 am on October 12th, 2009:

    Hey freut mich! Für Blogs macht es denke ich auch Sinn sich mal Disqus, IntenseDebate und Co. genauer anzusehen. Die können mittlerweile auch alle FB Connect, aber auch OpenID und Twitter.

  4. 4 xeit » Blog Archive » Traffic von Facebook scheint ganz schön wertvoll zu sein said at 5:30 am on November 21st, 2009:

    [...] Das finde ich eine ziemlich interessante Erkenntnis, die das Werbenetzwerk Chitika im Rahmen einer Studie über das Browsingverhalten von 33 Millionen Internetusern herausgefunden hat: Laut den Ergebnissen besuchen 20% der Besucher einer Website, die von Facebook kommen, diese Website mindestens 4 mal die Woche wieder. [via] [...]

  5. 5 Johannes Schwärzler said at 5:14 pm on December 2nd, 2009:

    Hallo Sebastian,

    bin eben über deine Seite "gestolpert" und möchte mich für die vielen interessanten Gedanken bedanken. Ich bin IT-Dienstleister, betreue KMUs im Bereich heterogene Netzwerke, Server, Client und Groupware, also reine B2B Beziehungen. Für mich stellt sich die Frage, ob mir FB Connect einen Mehrwert bietet, weil nach meinem begrenzten Horizont doch eher was für B2C sein dürfte. Wieviele GFs, IT-Entscheider und Firmenadministratoren werden über Facebook auf mich aufmerksam? Da bin ich doch besser beraten, wenn ich meine Aktivitäten auf reine Business-Netzwerke wie Xing ausweite, oder?

    Danke und Gruß,
    Johannes


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