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In 4 Schritten eine Social Media Aktivität planen mit POST – Schritt 1: P wie People

Posted: October 12th, 2009 | Author: Jens-Christian Jensen | Filed under: Social Media, Strategie | 8 Comments »

Oft wird der Fehler gemacht, dass die Planung einer Social Media Aktivität mit der Entscheidung für eine Technologie begonnen wird. “Wir brauchen einen Blog” oder “Wie machen eine Community!” als Briefingvorgaben für die Planung sind typische Indikatoren für eine solche verfrühte Entscheidung und damit Grund für eine verfehlte Planung. Besser lässt sich eine Social Media Aktivität mit dem Vorgehensmodell POST planen. Das Vorgehen wurde durch Forrester Research erdacht und in dem Buch Groundswell (Buchlink: englisch, deutsch) publiziert. POST steht als Akronym für die vier Schritte:

Dieser Artikel erläutert den Schritt People und ist der erste von vieren, der Ihnen bei der Planung einer eigenen Social Media Aktivität oder Strategie hilft.

People

Im Mittelpunkt dieses ersten Schrittes steht die Frage: Wofür ist Ihr Kunde bereit? Bevor Sie einen Plan fassen können, auf welche Art sie ihren Kunden mit Hilfe von Social Media ansprechen, sollten sie sich Gedanken machen, auf welche Art dieser eigentlich Social Media nutzt. Wenn Sie eine breite Zielgruppe verfolgen, also Adressaten nicht nach Alter oder auch Land eingrenzen können, wird es nochmal spannender. Denn dann müssen Sie herausfinden, wie sich das Nutzungsverhalten von Social Media in den unterschiedlichen Altersgruppen und das wiederum in den unterschiedlichen Ländern eventuell unterschiedlich verhält und individuell angegangen werden muss.

Hilfe zur Beantwortung dieser Fragen gibt uns das Social Technographics Profile. Hierbei handelt es sich um eine Statistik, welche Online Nutzer nach Alter, Geschlecht, Land und Nutzungsverhalten klassifiziert. Diese Klassifikation wurde von Forrester Research definiert, welche auch durch eine Nutzerumfrage das statistische Material recherchiert hat.

Nach Forrester werden Nutzer in sechs Klassen unterteilt:

  • Creators
  • Critics
  • Collectors
  • Joiners
  • Spectators
  • Inactives

Creators
Creators erschaffen im Netz neue Inhalte. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um Inhalte wie Blog Artikel, Videos oder eine eigene Website.

Critics
Nutzer, die als Critics bezeichnet werden, reagieren auf Content von Anderen. Sie schreiben zum Beispiel Kommentare auf Blog Artikel, Forenbeiträge oder auch Product Reviews.

Joiners
Personen, die Mitglied in einem sozialen Netzwerk sind, wie zum Beispiel Facebook oder MySpace, werden als Joiner klassifiziert.

Collectors
Collectors sammeln oder bewerten für sich oder andere Content. Dies tun sie zum Beispiel mit RSS Feeds, Tags oder Diensten wie Digg.com.

Spectators
Spectators sind Nutzer, die Inhalte nur konsumieren und keine eigenen Inhalte, jeglicher Form, beisteuern.

Inactives
Inactives sind Online-Nutzer, die sich in keiner Form am Social Web beteiligen. Weder bei der Produktion, noch im Konsum.

Folgende Grafiken zeigen verschiedene Abfragen auf die von Forrester gesammelten statistischen Werte.

Social Technographics Profile - US

Abbildung 1: Social Technographics Profile - USA insgesamt- Stand 2009

Social Technographics Profile - Deutschland

Abbildung 2: Social Technographics Profile - Deutschland insgesamt- Stand 2009

Social Technographics Profile - Deutschland - 18 bis 24 Jahre

Abbildung 3: Social Technographics Profile - Deutschland - 18 bis 24 Jahre - Stand 2009

Forrester hat die Werte zu diesen statistischen Auswertungen über Nutzerumfragen ermittelt. In der Umfrage sollte der Befragte angeben welche Tätigkeiten oder Angebote er nutzt. Beispiele für solche Tätigkeiten sind Watch video from other users, Comment on someone else’s blog oder Upload photos to a public Web site. Manche dieser Tätigkeiten fallen in zwei Klassen, so dass die kummulierten Prozentwerte einer Statistik mehr als 100% betragen kann.

Forrester hat zur Ermittlung des Social Technographics Profile ein Online Tool zur Verfügung gestellt, das wir in diesem Artikel eingebettet haben. Probieren Sie es aus und ermitteln sie jetzt das Nutzungsverhalten Ihrer Ihrer Zielgruppe.

Wenn Sie mit dem Online Tool das Nutzungsverhalten ihrer Zielgruppe ermittelt haben, haben Sie den ersten Schritt nach dem POST Vorgehensmodell abgeschlossen. Sie besitzen nun eine statistisch ermittelte Entscheidungsgrundlage für die Planung und können ableiten welche Maßnahmen sich für ihre Zielgruppe besonders eignen oder welche eher nicht.

Nun geht es im zweiten Schritt (Objektives), aufbauend auf dem Potential ihrer Adressaten, um die Konzeption des Inhalts der Social Media Aktivität.

Dies werden wir im nächsten Artikel dieser vierteiligen Serie tun.



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8 Comments on “In 4 Schritten eine Social Media Aktivität planen mit POST – Schritt 1: P wie People”

  1. 1 Alexander Korth said at 8:48 am on October 12th, 2009:

    Sehr interessante Zahlen. Usability Guru Jacob Nielson hat noch andere Zahlen in seiner Studie »Participation Inequality«
    http://www.useit.com/alertbox/participation_inequ...

  2. 2 Future of Web Strategy » Blog Archive » In 4 Schritten eine Social Media Aktivität planen mit POST – Schritt 2: O wie Objectives said at 4:54 pm on November 4th, 2009:

    [...] Planenden die Formulierung seiner eigentlichen Ziele an eine Social Media Aktion. Wie bereits im ersten Teil angedeutet, begehen viele den Fehler, dass sie sich erst für eine Technik entscheiden, bevor sie [...]

  3. 3 links for 2009-11-05 « Where is my towel? said at 9:04 am on November 6th, 2009:

    [...] Future of Web Strategy » Blog Archive » In 4 Schritten eine Social Media Aktivität planen mit POS… sehr schlne artikelreihe bei den Future Web Strategies (tags: social web *****) [...]

  4. 4 Future of Web Strategy » Blog Archive » Warum Twitter zu Recht auch ein One-Way Channel ist said at 10:51 am on November 6th, 2009:

    [...] man sich die  Zahlen von Twitter, bzw. auch generelle Erkenntnissen z.B. von Forrester zum Nutzungsverhalten von Social Media der breiten Masse an, kann man auch einfach mal zu dem Schluss kommen, dass es die [...]

  5. 5 Der Social Media Follow Friday said at 12:24 pm on December 4th, 2009:

    [...] einer vierteiligen Reihe eine gute Übersicht, wie so etwas abläuft (bisher erschienen: Teil 1: People und Teil 2: Objectives). Ein Bookmark lohnt auf jeden [...]

  6. 6 Markus Breuer said at 8:03 am on January 23rd, 2010:

    Ich denke, dass Nielsens 90-9-1 Regel heute nicht mehr unbedingt in dieser Form – und sicherlich nicht auf allen Plattformen (inkl. Intranet und Extranet) gilt. Seite Erläuterungen, wie es dazu kommt, welche Bedeutung es hat (nicht-repräsentative Aussagen) und wie man es zumindest dämpfen kann, sind aber sehr gut.

    Die Strukturierung der Segmente ist bei Forrester besser (wenn auch komplexer), da die unterschiedlichen Rollen, die User wahrnehmen können, besser ausdifferenziert sind. Mitmachen kann heute viele Formen annehmen.

  7. 7 Experten-Blog Web-Strategie « Blog – Andreas Oettinger said at 9:54 pm on May 12th, 2010:

    [...] In 4 Schritten eine Social Media Aktivität planen mit POST [...]

  8. 8 Chris said at 10:52 am on June 4th, 2010:

    Die Gruppen überschneiden sich in der Realität. Aber wie kann man differenzieren oder ordnen sie sich primär nach ihrem Verhalten?


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