Der schleichende Untergang von Social Media
Posted: May 11th, 2010 | Author: Sebastian Küpers | Filed under: Social Media | Tags: design thinking, performance, Social Media | 19 Comments »
‘Social Media’ säuft ab – und zwar im Fluss der stetigen Weiterentwicklung und Veränderung der Kommunikation, in dem wir alle seit 10, 15 ja eigentlich bald 20 Jahren unaufhörlich paddeln. Gestern haben ich im Rahmen der dmexco Veranstaltungsreihe “Night Talk”, die zum ersten mal mit freundlicher Unterstützung von Pixelpark (mein Arbeitgeber) als Sponsor in Berlin stattfand, einen kurzen Vortrag genau zu diesem Thema gehalten und wollte die Gelegenheit jetzt nutzen, meine Gedanken auch hier gleich noch mal schriftlich zu fixieren und mit Ihnen zu teilen.
Ich habe mal gelernt, dass es gut ist unnötige Redundanzen zu vermeiden!
Zwei Beispiele: Als wir damals im September 2006 das erste Barcamp in Deutschland auf die Beine gestellt haben, gab es natürlich eine ‘traditionelle’ Vorstellungsrunde, bei der sich jeder mit drei Tags beschreiben sollte. Als sich dann das erste Drittel der ca. 70 Teilnehmer sich mit “Blogger” getagged hatte, mussten wir alle lachen und wir haben kurzer Hand beschlossen, von nun an einfach zu akzeptieren, dass hier wohl alle Bloggen und das wir uns dieses extra Tag sparen können.
Ähnliches kennt man von Excel Tabellen. Wenn man eine Spalte angelegt hat, mit der man gewisse Einträge auszeichnen möchte und man feststellt, dass man ein X in jeder Zeile in dieser Spalte setzt, kann man zu dem Schluss kommen, diese Spalte einfach zu löschen und in die allgemeinen Informationen zu dieser Tabelle die Information als allgemein gültig oben drüber schreiben.
Die Auszeichnung “Social” ist redundant und völlig überflüssig geworden
Schnell klar wird einem das, wenn man sich mal im komprimierter Form anschaut, mit welchen Begriffen wir uns aktuell beschäftigen:
- Social Web
- Social Media
- Social Media Marketing
- Social Media Monitoring
- Social Commerce
- Social Networking
- Social Bookmarking
- Social CRM
- Social ERM
- Social Plugins
- Social Advertising
- Social Targeting
- Social Microsite
- Social Landingpage
- Social Games
Ist Ihnen die Redundanz schon aufgefallen?
Lassen Sie uns einfach den gleichen logischen Schritt vollziehen, den wir an dieser Stelle auch in jedem anderen Fall machen würden!
Streichen wird das Wort “Social” und machen eine geistige Anmerkung, dass sich das gesamte Web, die gesamte Kommunikation, das gesamte Mediennutzungsverhalten in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt hat und die Veränderungen der letzten Jahre vor allem mit dem Wort “Social” charakterisiert worden sind – dass wir dafür jetzt aber keinen extra Begriff mehr brauchen.
Mit dem streichen des Begriffes will ich dabei ausdrücklich nicht die Veränderung streichen – sondern die damit stattfindene Abgrenzung die selbige umgibt!
Es handelt sich hier also nicht um ein Abwerten des Themas (wie man vielleicht bei der Überschrift denken könnte), sondern ganz im Gegenteil: um eine Aufwertung und letzten Endes der final notwendige Anerkennung, dass diese Veränderung stattgefunden hat – immer noch stattfindet – und ein so signifikantes Level erreicht hat, dass sie Bestandteil unserer gesamten Denke werden muss und nicht isoliert irgendwo als Spezialthema behandelt werden kann.
Dieses extra Benennen und diese isolierte Betrachtung hat mittlerweile ein wirklich irreführendes und kontraproduktives Niveau erreicht, was einen den Blick fürs große Ganze anfängt zu verstellen. Oder wie ich es gestern salopp gesagt habe: “Social ist Käse”.
Unnöige Sektorengrenzen abreißen und den Blick frei machen!
Ich habe gestern die Metapher der “Sektorengrenze” in unseren Köpfen thematisiert. Sowohl Agenturen als auch unsere Kunden neigen dazu diese Sektorengrenzen aufzumachen.
Und das ist sehr menschlich. Wir wollen uns ein Umfeld schaffen, dass wir verstehen und handhaben können. Schnell neigen wir dazu uns in der Kommunikationsbranche einen vermeintlichen “Status-Quo” zu schaffen.
Wir denken: “So macht man das jetzt” und dann handeln wir ein paar wenige Jahre/Monate danach und verlieren schnell die Wahrnehmung dafür, dass wir uns in einem Fluss befinden der ständig fliesst.
Schauen wir mal exemplarisch auf die letzten 15 Jahre zurück – es hat nie einen Status-Quo gegeben, sondern alles hat sich ständig verändert. Jegliche technologische Weiterentwicklung hat die Möglichkeiteiten erweitert und hatte immer unmittelbar Einfluss darauf wie wir diese Technologie nutzen, sie in unser Leben integrieren, wie wir miteinander Kommunzieren, Wissen teilen und Medien nutzen .
Im Moment haben wir wieder eine sehr starke Sektorengrenze in unseren Köpfen und es wird höchste Zeit sie einzureißen.
Hinter dem Schild – also beim Verlassen der gewohnten Zone hinüber zum “Social Media” Sektor – wimmelt es auch aktuell wieder nur so von lustigen Gestalten:
- Utopisten und Visionisten, die schon die Revolution kurz bevorstehen sehen und deren Ideen für die Zukunft sowohl inspirieren als auch verängstigen können
- Idealisten, die ‘Ausverkauf’ und ‘Verrat an dem Grundgedanken’ rufen und für die alles böse ist, was seinen Ursprung nicht in einer Mailingliste fand
- Pessimisten, die von alledem nix halten und in einem Nebensatz nochmal die Wertigkeit der 1/1 4C Seite betonen und die generell Angst vor der Zukunft haben (vermutlich alles Nichtschwimmer, die lieber am Ufer vom Fluss stehen, als sich ins Boot zu setzen)
- Optimisten, denen alles eigentlich immer zu langsam geht und die immer nicht wirklich anerkennen wollen, dass man evtl. noch 2-3 Jahre zu früh mit der einen oder anderen Idee ist
- Spezialisten, die tag täglich neue Buzzwords auf dem Markt der Eitelkeiten und Top-News werfen, um nicht nur die eigene Repuation, sondern auch die Abgrenzung aktiv – ihrem Spezialistentum seiner selbst Willen – erhalten wollen
Und ganz ehrlich: Ich selbst turne gerne in verschiedenen Rollen auf dieser Seite der Sektorengrenze rum. Aber man muss auch wieder den Absprung finden und erkennen, wann es Zeit wird diese Grenze einzureissen.
2010 ist für mich definitiv das Jahr in dem diese Grenze dringend wieder fallen muss.
Sie versperrt uns die Blick fürs Ganze und die wichtigen Zusammenhänge. Man neigt dazu eine Haltung an den Tag zu legen die sagt: “Ok, wir machen weiter wie bisher und jemand kümmert sich zusätzlich um diese neue Entwicklung”
Es ist seit Jahren das gleiche Spiel: Erstmal pro-forma ablehnen, dann gezwungener Maßen anerkennen aber erstmal getrennt vom Rest behandeln und dann irgendwann als integralen Bestandteil von allem sehen und den größten Nutzen daraus ziehen, indem es sinnvoll integriert wird.
Die Trojaner hätten gefallen an “Social Media” gehabt
‘Social Media’ ist für mich eigentlich ein trojanischen Pferd, dass wir die letzten Jahre in die Meetingräume und Vorstandbüros unserer Kunden geschoben habe.
Man denkt man beschäftigt sich mit einem Randthema und ehe man sich versieht, sieht man sich mit grundsätzlichen Fragestellung in der Markenführung, in der Vertriebsstrategie, in der Unternehmenskommunikation, im Kundenservice oder wo auch immer konfrontiert.
So ist es nichts ungewöhnliches wenn aus einem ursprünglichen Marketing Projekt letzten Endes ein Projekt wird, was schnell unterschiedliche Abteilungen mit involvieren muss, um durchgeführt werden zu können und damit auch die Prozesse und Verantwortlichkeiten auf Kunde-Seite vor neue Herausforderungen stellt. Auf den ersten Blick denkt man, es geht darum einen weiteren “Kanal” zu bespielen, einen neuen Trend mit aufzugreifen und auf dem zweiten Blick sieht man, dass fast jegliche Aktion viel tiefgreifendere Implikationen nach sich zieht und z.B. auch Marketingziele dann erreicht werden können, wenn letzten Endes andere Abteilungen wesentlich stärker mit eingebunden werden, oder sogar die operative Verantwortung für ein Projekt tragen.
Das sind in der Regel grundlegende Veränderungen, die nicht einfach dadurch abgedeckt werden können, dass man jetzt mal einen neuen “Social Media” Kanal ins neue Portfolio mit aufnimmt.
Solche Situationen habe ich bereits mehr als einmal erlebt und diese Erfahrungen gerade auch auf der Prozessebene beim Kunden haben mich noch mal darin bestärkt, dass diese Sektorengrenze längst ihr Verfallsdatum überschritten hat und die Veränderung der letzten 4-5 Jahre – die wirt mit dem Wort “Social” charakterisiert haben, längst so stark und relevant geworden ist, dass sie jeden in der Kommunikation betrifft und einen signifikanten Einfluss auf den Kern der Tätigkeiten und Verantwortungen der involvierten Teilnehmer hat.
Was haben wir von der Welle “Social [insert any term here]” gelernt?
Ich denke die Entwicklungen der letzten 4-5 Jahre haben unsere Sinne vor allem für zwei Dinge erneut geschärft – die in der Kommunikation zwar schon immer präsent waren, die aber doch gerne und schnell hinten runterfallen.
Einmal geht es um die Fokussierung auf den Kunden. Klingt platt – ist aber so. Social Media hat uns noch intensiver gewzungen uns mit unseren Kunden zu beschäftigen.
- Was macht der da im Social Web?
- Warum twittert er, was er twittert?
- Warum wird er Fan auf Facebook von uns?
- Was motiviert ihn, über uns zu schreiben?
- Wie nutzt er eigenltich sein iPhone?
- Was erwartet er von mir als Unternehmen?
- Was denkt der eigentlich über mich?
- Wieviel Einfluss hat eigenltich eine solche Äußerung?
Wir haben uns unter dem Aufhänger der “Social Media Strategie” immer intensiver mit diesen Fragen beschäftigt und gewinnen dabei Insights, die weit über die Sektorengrenze “Social” hinaus von Wert sind – bzw. dessen adäquate Lösung weit jenseits der klenen “Social Media Insel” zu finden ist.
Die Entwicklungen rund um dessen was man “Design Thinking” oder auch “User-Centric-Design” nennen mag, ist vielleicht nicht ganz zufällig nahezu parallel zur Entwicklung rund um “Social Media” verlaufen.
Wir haben die letzten 4-5 Jahre tolle weitere Möglichkeiten gewonnen um noch einfacher, direkter, genauer und selbstverständlicher die Beweggründe, Bedürfnisse und Denkweisen unserer Kunden zu studieren und zu hinterfragen.
Ein Verhalten und Vorgehen von Verantwortlichen in der Kommunikation, was darauf fusst, dass wir stetig Zeit und Geld darin investieren dauerhaft unsere Kunden zu verstehen – zu beobachten wie sie Medien nutzen, wie Technologie ihr Leben vereinflusst, wir unsere Maßnahmen Einfluss auf unsere Kunden nehmen, wie sich durch geänderte Mediennutzung, durch verändertes Kaufverhalten, durch veränderte private Kommunikation und Vernetzung untereinander auch der Anspruch an Kommunikation und Interaktion mit Unternehmen verändert – wird langfristig immer Erfolg haben und ist die Grundlage um erfolgreich auf dem stetigen Fluss der Veränderung zu paddeln.
Gleiches gilt für das ganze Themenfeld “Meßbarkeit und Performance” – nicht nur durch die Wirtschaftskrise, sondern auch witziger Weise durch die kontroverse Diskussion über den Sinn und Unsinn von “Social Media” an sich, haben wir uns in den letzten Jahren intensiver wieder mit dem Thema ROI und Meßbarkeit beschäftigt.
Wenn wir auf der einen Seite die wahnsinnig wertvollen Insights von unseren Kunden nutze und andererseits nur Dinge tun, die meßbar auf unsere Ziele einzahlen und diesen Kreislauf und diese Abhängkeiten ständig evaluieren und anerkennen dass wir auf einem Fluss der stetigen Weiterentwicklung und Veränderung paddeln, die keinen wirklichen “Status-Quo” kennt – dann sind wir gut aufgestellt für die Zukunft.
Um zum Ausgang zurückzukommen: Lassen wir den Begriff “Social Media” im Fluss der Geschichte absaufen, reissen wir die Sektorengrenzen in unseren Köpfen schnellstmöglich wieder ab und konzentrieren uns darauf die stetige Entwicklung an dem Verhalten und der Rückmeldung aus der stetigen Beschäftigung mit unseren Kunden zu erkennen und handeln wir nach unseren Zielen, die wir meßbar definieren.
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Durchaus interessante Herangehensweise. Viel Kopfnicken. Perfekt wäre es natürlich gewesen, wenn man gleich einen neuen Titel für die "Social Media Consultants" mitgegeben hätte, damit Sie natürgemäß heuschreckenartig sich einen neuen Titel anlegen können. Gut ich bin etwas bös' und es vermag vielleicht mit spitzer Zunge gesprochen sein.
Ich teile aber Ihre Meinung, dass die Redundanz in den kommenden Monaten "verschwinden" wird. Sicherlich wird es dauern, bis der Letzte gemerkt hat, dass dieses "social" in die allgemeinen Prozesse eingeflossen ist. Auch wenn ich es nicht mehr hören kann, denke ich, ist es eine gute Stütze gewesen. Eben um das zu erklären, was sich verändert hat.
Letztlich bleibt alles beim Alten. Das Ziel hat oberstes Gebot, auch wenn der Weg ein völlig anderer ist.
angelnde Grüße
Spricht mir aus der Seele. Social Dingsda Hype und nichts dahinter als einfach nur mehr Interaktivität. Statt diese aber kommunikativ zu nutzen (ne was hätten wir früher davon geträumt) rennen wir nun den nächsten Trends hinterher, statt die Ersten mal zu durchdenken. Einfach mal wieder wirklich auf den Kunden fokussieren, aus der Fülle der Social Dingsda die mit Mehrwert auswählen und eine richtige Strategie entwickeln würde sehr helfen.
Eine sehr ehrliche, dem Gegenstand entsprechende Analyse vom Trojaner "Social" im Business! Danke dafür!
Sebastian,
ich stiime zu, v.a. der Verknüpfung von Insight Gewinnung, Social Media und User Centric Design. Im Business Kontext sind diese 3 Bereiche nicht von einander zu halten und zielen auf das Gleiche hin.
Social Media bezeichnet jedoch auch ein soziologisches Phänomen (neben der Business Anwendung), dessen Entwicklung durchaus noch infrage gestellt werden kann. Zum Beispiel gibt es immer mehr Menschen, die "aussteigen", immer mehr Spam und Müll im Internet – wie sich also die Beteiligung der Menschen an den Konversationen im Internet entwickeln wird, bleibt aus meiner Sicht spannend.
Grüße,
Agnieszka
Well done.
Oder wie es ein Interviewpartner für meine Diplomarbeit 1997 formulierte: "Die Unternehmen, die verstanden haben, dass sie nicht Internet machen oder Multimedia oder sonst was, sondern die verstanden haben, dass sie Kommunikation machen, die werden überleben."
[...] Untergang von Social Media” titelt Sebastian Küpers seinen Beitrag im eigenen Blog Future of Web Strategy. Der Account Manager bei Pixelpark bestreitet zusammen mit Gleichgesinnten die Webseite, um [...]
Nach der Überschrift hatte ich fast schon einen anderen Artikel erwartet, aber das Aha-Erlebnis lies nicht lange auf sich warten. Sehr clevere Analyse und komplett stimmig. Wie die im ersten Kommentar schon erwähnten Social Media Consultants musste ich auch zuerst an diese Gattung denken und welches Etikett sie sich demnächst verleihen wollen, wenn Social Media einfach "nur" noch Media ist
na endlich hat es mal einer ausgesprochen bzw. niedergeschrieben, find ich gut. ich kanns nämlich auch nichtmehr hören, zumal das meiste ja mit "social" im herkömmlichen Sinne sehr wenig zu tun hat.
Vielen Dank für diesen interessanten Artikel.
Wie bereits in einem Kommentar erwähnt: Es geht immer noch um Kommunikation. Und deren Rahmenbedingungen haben sich einfach entscheidend verändert. – Das ist der Punkt.
Jeder der sich professionell mit Kommunikation beschäftigt sollte immer aufpassen, dass er keinen "pathologischen Blick" auf bestimmte Veränderungen oder Trends bekommt. Das ist eine Sache, auf die schon viele schlaue Männer mit generalistischem Blick (z.B. Philosophen) immer wieder hingewiesen haben. Und die oft bemühte Metapher, dass für den Mann mit dem Hammer in der Hand alles zum Nagel wird, bringt das immer noch gut in ein Bild.
Design Thinking und UCD sind in der Folge wichtige Stichwörter, nur sollten wir uns daraus langfristig ein schönes Schweizer Taschenmesser bauen und nicht den einen Hammer weglegen und einen neuen in die Hand nehmen.
Sir, ja, Sir!
Hmm, Das Soziale im Medialen äußert sich z.B. auch in Partizipation oder Kollaboration – sozialer Interaktion, die über reine Kommunikation hinausgeht.
Das Mediale ist ein Werkzeug geworden, mit dem Realität von Vielen für Viele gestaltet werden kann. Ob jedes (Social) Mediale Werkzeug optimal gestaltet wurde und wird für verschiedene Funktionen ist sicher detailiert zu überprüfen, aber dafür stehen wir auch am Anfang der ganzen Entwicklung.
Ja, am Anfang, auch wenn viele den Begriff (schon) nicht mehr hören können und jedem 50 Beispiele einfallen für "echt gute Tools" – wir stehen am Anfang, weil der kulturelle Umgang mit diesen Sozial Medialen Werkzeugen von der Gesellschaft noch nicht verinnerlicht wurde. Einige von uns sind deswegen so engagiert bei der Sache, weil diese Sozial Medialen Werkzeuge einen frischen Blick auf die Gesellschaft und alle ihre Teilbereiche ermöglichen.
Ein solch ungetrübter Blick bringt Transparenz, Umfänglichkeit und Verantwortung in einem Maße mit sich, das auch Widerspruch, Unwillen und Abwehr aufkommt. Deswegen ist es u.a. auch nicht so einfach Sozial Mediale Werkzeuge im Business-Umfeld zu implementieren, wenn nicht die Bereitschaft geschaffen wird, sich der neuen Herausforderung umfassend zu stellen. It's not just a tweet, even when it feels like that.
Es muss aber keine Revolution sein, es kann auch die Erkenntnis sein, dass vieles aktuell so Banal ist, dass man sich wünscht, es nie genau analysiert zu haben. Aber auch hier gilt: Don't kill the Messenger, zerschlag' nicht den Spiegel, der dir offen deine wahre Figur zeigt.
Ich bin nicht fixiert auf den Begriff Social Media, ich habe das, worum es in der Sache geht auch schon (für Geld oder einfach so) Leuten erklärt als das Internet mal 'ne Weile Web 2.0 hiess und davor auch schon. Findet irgendeinen Begriff, der das Umfassende und das Verantwortliche in aller Kürze in sich trägt und ich verwende diesen.
"Streichen wir das Wort 'Social'"
Na, da stimme ich nicht überein. Ich glaube, daß wir auch den Begriff Social weiterhin brauchen, denn in vielen Köpfen ist die neue Qualität des Social Web in seinen Facetten nicht angekommen. Die gehen immer noch vom Web als Unternehmensschaufenster aus, in dem man sich bunt auf Hochglanz präsentiert. Deshalb sollten wir bei aller inflationären Benutzung des Begriffs – Social CRM finde ich schauderlich, denn CRM sollte immer auf Beziehungen ausgerichtet sein – ihn kontrolliert weiter benutzen, um eben aufzuklären.
http://stefan63.posterous.com/der-schleichende-un...
genau, es ist doch ein Himmelweiter Unterschied zwischen Bookmarking und Social Bookmarking
Ja, das sehe ich genauso. Alles eine Frage des Tempos. Da wo auf Kundenseite viele Köpfe entscheiden und Verantwortlichkeiten übernommen werden müssen – da geht es nicht so schnell. Diese Termini haben eine wichtige Brückenfunktion für das gemeinsame Verständnis.
Guten Morgen in die Runde
Erstmal vielen Dank für die Kommentare, die ganzen Retweets und Likes
Ich möchte an dieser Stelle noch mal gerne auf diejenigen eingehen, die in der Diskussion hier oder an anderer Stelle die Position einnehmen, dass man diesen Begriff trotzdem braucht
Ich habe ja in dem Artikel behauptet: "Dieses extra Benennen und diese isolierte Betrachtung hat mittlerweile ein wirklich irreführendes und kontraproduktives Niveau erreicht, was einen den Blick fürs große Ganze anfängt zu verstellen"
Darauf möchte ich noch mal in Kürze eingehen. Sicherlich macht es ein solcher Begriff es immer einfacher um über etwas zu reden, trotzdem ist heute eher irreführend und kontraproduktiv – in den meisten Fällen (Ausnahmen bestätigen auch hier wie immer die Regeln) – als dass er "Brücken baut" oder beim wirklichen Verstehen der Lage hilft.
Irreführend deshalb, da viele Verantwortliche dadurch der Annahme sind, es gibt ihr "klassisches" Vorgehen ("machen wir schon immer so Denke"), was sie lediglich um den abgekapselten "Kanal" Social Media ergänzen müssen, um der Veränderung gerecht zu werden.
Kontraproduktiv deshalb, weil die gekapselte Betrachtung dazu führt, das "Social Media" vermeintlich neue Verantwortliche mit neuen Budgets braucht, die da mal machen sollen, ohne das große Bild zu sehen oder eben ohne die Möglichkeiten und Befugnisse zu haben, die Dinge so zu verändern, wie sie sich im großen Bild darstellen.
Ich bin ja auch gegen CSMOs oder andere isolierte neue Positionen/Bereiche in einem Unternehmen, die jetzt "Social Media" machen sollen.
Es geht einfach darum, dass sich das Web mal wieder massiv in den letzten Jahren weiterentwickelt hat, wir diese Veränderung mit dem Begriff "social" charakterisiert haben – was ja auch fein ist – und das hat heutzutage aber Konsequenzen fürs Marketing, für den Vertrieb, den Kundenservice, für Corproate Communications, für die Produktentwicklung, fürs Recruiting, für die interne Kommunikation usw. – diese bestehenden Abteilungen und Verantwortlichen müssen sich überlegen, wie sich ihre Arbeit dadurch verändert hat.
Für diese Abteilungen ist "Digital" einer der wesentlichen Bausteine – wenn nicht sogar das Herz ihrer Aktivitäten – und sie erreichen viele ihrer Ziele maßgeblich durch Aktivitäten, die sich online durchführen.
Hier gilt es sich weiterzuentwickeln und auf das geänderte Kommunikationsverhalten und die veränderte Mediennutzung der eigenen Zielgruppen einzugehen und zu schauen, wie man die Ziele heute noch optimal erreicht.
Unternehmen sind in der Regel seit Jahrzehnten Experten darin ihre Kunden zu verstehen und tun Dinge zur Erreichung ihrer Ziele, die sich aus diesem Kundenverständnis ableiten lassen. Wenn Veränderungen zur Konsequenz haben, sich auch intern weiterzuentwickeln, anders zusammenzuarbeiten zu müssen usw. werden sie das auch tun.
Was dieser Artikel erreichen sollte – und ich denke das hat er durch seine reißerische Headline und die nachfolgende Argumentation getan – ist wirklich diese Grenze abzureißen und klar zu machen, dass wir hier nicht mehr über ein Nischenthema reden, wofür halt mal ein bissel Budget abgestellt wird, um die sonstigen "klassischen" Aktivitäten zu ergänzen, sondern dass es generell gilt stetig die Veränderung in der Kommunikation, der Mediennutzung usw. zu beobachten, zu verstehen – dass man dies vor allem dann gut tut, wenn man noch konsequenter (auch methodisch – Stichwort "Design Thinking") aus den Augen des Kunden sich selbst und sein aktuelles "Maßnahmen/Kommunikations-Set" betrachtet und dass man sich immer wieder Fragen muss, ob man seine Ziele mit den bestehenden Wegen und Maßnahmen noch optimal erreicht.
Wenn das soweit klar ist – und Hand auf Herz – das ist einfacher gesagt als in aller Konsequenz gelebte Praxis (gerade in großen Konzernen) – dann kann man meinetwegen auch wieder den Begriff "Social Media" nutzen, wenn er denn das Gespräch wirklich vereinfachen sollte
"Nur weil es ein Medium gibt, heißt das noch nicht gezungenermaßen das man es auch nutzen muß bezw. dieses Sinn macht" – frei nach Neil Postman
Da sag ich nur: Sozial bleiben
http://stefan63.posterous.com/social-media-social...
Wird ja auch Zeit, ich konnte den Begriff “Social Media” eh noch nie leiden.
"social" ist ja oft nur eine marketing strategie und somit alles andere als..