Aktuelle Entwicklungen im Web der Gegenwart und die daraus folgenden Implikationen für die Strategien der Zukunft.

Apps, iPads, das Web und eine “Plattformstrategie Online” für 2010

Posted: April 6th, 2010 | Author: Markus Breuer | Filed under: Mobile, Strategie | Tags: , , , , , , , , , | 7 Comments »

Der Durchbruch des mobilen Internets scheint nun – nachdem er bereits mindestens zwei Mal angekündigt wurde – wirklich bevor zu stehen. Nicht nur Fanboys sondern auch seriöse Auguren rechnen damit, dass in wenigen Jahren das Web häufiger und intensiver von mobilen Endgeräten genutzt wird als von stationären PCs und Notebooks. Verantwortlich dafür sind in erster Linie die modernen Smartphones – und letztendlich das iPhone, welches das Rollenmodell für die Nutzung des mobilen Internets definiert, dem die meisten Wettbewerber nacheifern. Und das am Osterwochenende vorgestellte iPad wird das Seinige tun, um ein mobiles Internet jenseits des Hosentaschenformats zu errichten.

Diese Entwicklung macht das Leben auch für Unternehmen, die Inhalte auf mobilen Plattformen bereitstellen wollen, nicht leichter. Ein interessanter Seiteneffekt dieser Entwicklung ist nämlich die Ver-Appisierung des Webs, also die Verlagerung von Funktionen aus dem standardsbasierten Web in proprietäre „Apps“, die nur noch auf den Geräten einer Systemplattform (Apple, Android, RIM, Microsoft, Palm etc.) laufen. Statt Inhalte und Services im einigermaßen standardisierten Web bereit zu stellen, müssen Inhalte-Anbieter (dazu gehört im Prinzip auch jeder Website-Betreiber) nun ein halbes Dutzend Programme für die unterschiedlichen Plattformen entwickeln (lassen) und diese dauerhaft pflegen und aktualisieren.

Dieser Trend ist nicht zu übersehen und wird nicht unbedingt von allen Marktteilnehmern positiv gesehen. Nach dem großen Erfolg des iPhones und Apples App Store geht die Angst vor Walled Gardens um, abgeschlossenen Gärten im Internet, in denen die Gerätehersteller und Plattformbetreiber bis ins Detail kontrollieren, welche Inhalte mit welchen Anwendungen konsumiert werden. Kritiker sprechen von Zensur, Gängelung, Enteignung der Anwender und befürchten, dass die Betreiber zu nahezu omnipotenten Big Brothers in ihren Gärten werden. Read the rest of this entry »


Adaptive Websites 1: Eine Einführung

Posted: January 21st, 2010 | Author: Markus Breuer | Filed under: Adaptive Websites, SocialCRM | Tags: , , , | 10 Comments »

Als wir bei Elephant Seven Bielefeld Anfang letzten Jahres zusammensaßen und darüber diskutierten, welche Trends unsere Arbeit in der nahen Zukunft bestimmen würden, kramte ich unter Anderem das Konzept der Adaptiven Websites hervor. Das war für die Mehrzahl der Beteiligten (ein Querschnitt der Mitarbeiter aus allen Bereichen der Agentur) zunächst eine sehr abstrakte Idee – und scheinbar nichts Neues. Unternehmen wie Amazon betreiben schon seit Ewigkeiten adaptive (personalisierte) Websites, die sich je nach Besucher und seiner Vorgeschichte unterschiedlich präsentieren. Ich denke, die meisten Kollegen haben nur deshalb mit-diskutiert, weil es eben eine Idee vom Cheffe war ;-) Weitaus spannender und nahe liegender waren Themen wie Mobile Web und natürlich das Mega-Buzzword Social Media.

Im Laufe des Jahres 2009 hat sich das geändert. Wir haben festgestellt, dass das Konzept einer Adaptiven Website immer wieder auftauchte, wenn wir über die Zukunft der Websites unserer Kunden sprachen – und, dass es um weit mehr geht als nur “Personalisierung” oder Kaufempfehlungen aufgrund bekannter Geschäftsvorfällen. Diese Art der Adaptivität würde ja auch nur bei wenigen Websites funktionieren. Es gibt aber viele weitere Formen der Anpassung an die Benutzerbedürfnisse und Interessen, die handfeste Vorteile für Benutzer und Betreiber bringen. Deshalb …

Adaptives Verhalten ist bei bestimmten Typen von Websites schon heute “Standard”. Das sind vor allem eBusiness-Websites – nicht nur Shops – und Social-Media-Plattformen. Da genau das aber Ausprägungsformen von Websites sind, die für mehr und mehr Unternehmen wichtig werden, wird Adaptivität über kurz oder lang “Standard” für nahezu jede Website werden.

Wir haben im Laufe des Jahres deshalb die einzelnen Aspekte des Themas in ein ganzheitliches Framework gepackt, das wir inzwischen bei jeder Planung für die Weiterentwicklung der Web-Aktivitäten unserer Kunden verwenden. Dieses Framework berührt prinzipiell alle Aspekte bei der Planung, Entwicklung und beim Betrieb von Websites:

  • Gesamtkonzeption
  • Informationsarchitektur
  • Datenmodell
  • Darstellungs- bzw. Business-Logik
  • Visuelles Design
  • Darstellungstechnologien

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