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Instagram startet „Features“ – horizontale Videos bis 90 Minuten

Seit dem 26. Oktober 2026 testet Instagram ein neues horizontales Langform-Format mit bis zu 90 Minuten Laufzeit. Für Unternehmen, die sich allein auf den Algorithmus der Plattform verlassen, ist das ein Warnsignal.

Abstrakte Illustration eines Smartphones mit horizontalem Videoplayer und langer Fortschrittsleiste, Sinnbild für Instagrams neues Langform-Videoformat

Das Wichtigste in Kürze

  • Instagram hat am 26. Oktober 2026 „Features“ vorgestellt: ein horizontales Videoformat mit einer Laufzeit von bis zu 90 Minuten, deutlich über dem bisherigen Limit von 60 Minuten.
  • Das Format richtet sich an Podcaster:innen, Comedians und Interviewer:innen und startet zunächst in einem kleinen Test bei ausgewählten Creators in den USA, nach vorheriger Erprobung in Brasilien.
  • Wer Video- und Community-Inhalte nicht länger allein der Plattformlogik überlassen will, kommt um eine eigene Android-App für Video-Inhalte von YuSMP Group kaum herum, statt bei jeder Formatänderung von vorn anzufangen.

Was am 26. Oktober gestartet ist

Instagram-Chef Adam Mosseri und Produkt-Vizepräsidentin Tessa Lyons stellten das neue Format „Features“ am 26. Oktober 2026 in einem rund sechseinhalbminütigen Ankündigungsvideo vor, wie TechCrunch berichtete. Erstmals erlaubt Instagram damit horizontale Videos mit einer Länge von bis zu 90 Minuten – eine deutliche Abkehr von der jahrelangen Fixierung auf kurze, vertikale Clips im Reels-Stil. Bloomberg ordnete den Schritt unabhängig davon als bewusste Eskalation der Video-Strategie gegenüber TikTok und YouTube ein. Getestet wird „Features“ zunächst bei einer kleinen Gruppe ausgewählter Creator:innen in den USA, nachdem das Format zuvor bereits in Brasilien erprobt wurde; eine Ausweitung auf weitere Länder ist für die kommenden Monate angekündigt.

Warum Instagram jetzt auf lange Videos setzt

Zielgruppe des neuen Formats sind laut Instagram explizit Podcaster:innen, Comedians, Interviewer:innen und andere Creator:innen, die bereits regelmäßig lange Inhalte produzieren – Content, der bislang kaum zum vertikalen Kurzvideo-Profil der Plattform passte und deshalb meist auf YouTube landete. Mit horizontalem Format und 90 Minuten Laufzeit positioniert sich Instagram damit erstmals direkt als Alternative zu klassischen Video-Plattformen, statt Nutzer:innen für lange Formate an Drittanbieter zu verlieren. Für Unternehmen, die über Jahre ihre Content-Formate konsequent auf 15- bis 60-sekündige Reels zugeschnitten haben, bedeutet das: Die Spielregeln der Plattform ändern sich erneut – und zwar in eine Richtung, auf die sich bestehende Redaktionsprozesse nicht automatisch übertragen lassen.

Was das für die Social-Media-Strategie von Unternehmen bedeutet

Der Formatwechsel ist ein weiteres Beispiel dafür, wie schnell sich die Spielregeln einer einzelnen Plattform ändern können – von der Laufzeit über das Seitenverhältnis bis zur algorithmischen Bevorzugung bestimmter Content-Typen. Unternehmen, die ihre komplette Video- und Community-Strategie auf eine fremde App stützen, müssen solche Kurswechsel schlicht mitgehen, ob sie zur eigenen Zielgruppe passen oder nicht. Wer dagegen eigene, dauerhaft kontrollierte Kanäle für Video- und Community-Inhalte aufbaut – etwa in Form einer markeneigenen mobilen App statt ausschließlich über Instagram, TikTok oder YouTube –, bleibt von solchen Plattform-Entscheidungen unabhängiger und kann eigene Formate, Laufzeiten und Monetarisierungswege selbst festlegen. Für die technische Umsetzung braucht es dafür in der Regel eine robuste native Android-Anwendung mit verlässlicher Videowiedergabe, Offline-Pufferung und eigener Nutzerverwaltung – Anforderungen, die sich deutlich von einer einfachen Unternehmens-Website unterscheiden.

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